Ich verdrängte es die ganze Herbsttour über aber er kam, der Morgen des Abschiedes. Wir standen ausgeschlafen bei Sonnenschein auf und verliessen Danieles Wohnung in Richtung meiner Suzuki GS. Wir verliessen Serrazzano jedoch nicht gleich, ohne in der Bar „Ciao“ gesagt zu haben. Bei einem Kaffee und einem Gipfeli genossen wir noch die letzten Minuten in Serrazzano. Zum Abschied kam noch der Besitzer Marco vorbei und verabschiedete sich von uns. Ich musste ein paar Trännchen verdrücken.
Unterwegs in Richtung Autobahn, denn heute mussten ein paar Kilometer gefahren werden, durften wir das Schlaglochparadis Toskana geniessen. Ich kam ein paar mal unten an aber es blieb zum Glück alles heille.
Irgendwann kamen wir endlich auf die Autobahn und dies bei bestem Wetter. Wohin geht es eigentlich? Es geht wieder in Richtung Norden, aber bevor wir direkt nach Hause fahren, gibt es noch eine ordentliche Portion Motorrad. Wir waren auf dem Weg nach Cremona, wo zwei Freunde auf der Rennstrecke ihre Runden drehten. Heinz Günther, das Navi, fand natürlich die Strecke nicht und wir fuhren erst in die falsche Richtung. Zum Glück hatte ich meine Freundin auf dem Rücksitz mit dabei und die konnte Heinz Günther unterstützen. So fanden wir schon bald die Rennstrecke in Cremona und unsere Freunde, Thomi und Köbi, die schon ihr erstes Bier genossen. Ei freute ich mich die beiden zu sehen, wir haben es geschafft. Der Helm war noch nicht richtig abgezogen, streckte mir Thomi schon ein kühles blondes entgegen. Heieiei tat das gut, das hatten wir uns auch verdient. Irgendwann durften wir vom Parkplatz in die Box verschieben. Ich wurde ganz aufgeregt, ich bin endlich mal auf einer richtigen Rennstrecke. Überall standen Rennmotorräder, Reifen und Werkzeuge und mittendrin ich mit meiner Suzuki GS. Bei der richtigen Box angekommen halfen wir beim ausladen und ich begann zu kochen. Abends kamen dann noch weitere Freunde von unseren Freunden. So gab es Abends dann ganz viele interessante Geschichten zu hören und auch schon den einen oder anderen Motorradmotor. Nach ein, zwei Bier und unzähligen Geschichten, ging es ins Bett. Wir durften in Thomis Bus schlafen, was für ein Luxus. An dieser Stelle Danke nochmals!
Am nächsten Tag ging es schon früh los, denn es gibt, das wusste ich bis dahin auch nicht, Motorräder die zwei Stunden warm laufen müssen. Trainingsstart war um 9 Uhr, um sieben war man somit wach. Aber ich muss zugeben, ich konnte es kaum erwarten, all die Motorräder in Aktion zu sehen. Beim begutachten von Thomis R6 viel mir was sehr interessante Werbung auf.
Es ging an diesem Tag nur um Training aber die Jungs waren alle sehr fokussiert und hatten den gleichen Gesichtsausdruck wie die Fahrer der MotoGP-Klasse. Die Motorräder fuhren durch die Boxengasse auf die Rennstrecke und es ging los. Man konnte, wie man es aus der MotoGP kennt, in der Boxengasse, direkt an der Strecke stehen. Da wo normal die Pit Boards von den Mechanikern rausgehalten werden. Poah war das phantastisch, wenn die Motorräder abgebraust kamen, pfumb und schon waren sie an dir vorbei. Nach der Start/Zielgerade kam eine Kurve, so mussten sie runterschalten pem,pem,pem,pem,(pem) um dann wieder aus der Kurve raus beschleunigen zu können, mööö, mööö, möööö,(mööö). Einfach herrlich der Klang. Auf der Tribühne hatte man einen Überblick über einen grossen Teil der Strecke und man konnte noch mehr Klang und Zweikämpfe geniessen. Das war einfach herrlich.
Am Mittag hiess es dann aber leider, schon wieder, adieu. Wir machten uns auf den Weg nach Hause, wobei ein letzter Stopp im Tessin geplant war. Die Fahrt bis Como verlief ganz gut. Bei den Zahlstellen waren wir schon ein eingespieltes Team. Ich fuhr nah an das Bedienelement und meine Freundin machte dann die Zahlung, so kamen zügig wieder weg. Doch schon früh vor Como wurde ein langer Stau angezeigt, irgendwo um Como. Also verliessen wir mit der letzten Ausfahrt vor Como, die Autobahn. Heinz Günther führte uns durch die Dörfchen des Grenzgebietes, bis wir irgendwann in der Schweiz ankamen. Wir wollten wieder nach Locarno, da wir dort einen Freund besuchen wollten. An diesem Tag gab es etwas mehr Verkehr vor Locarno und bald standen wir in einer kleinen, durchaus noch durchsichtigen, Wolke. Irgendwo schwitzt die Suzuki GS. Doch auch dieser Stau endete irgendwann und wir kamen wieder auf dem Camping Delta an, hatten sogar den selben Platz. Zu meiner Freude stand noch ein weiteres Motorrad da, eine Tenere 700, leider ohne Zelt und Besitzer. Am Abend ging es dann in die rund 10 Gehminuten entfernte Therme. Diese hat verschiedene Innenbäder und ein grosses Aussenbad mit Sicht auf den Lago Maggiore und das dahinter liegende Panorama. Was für ein Abschluss, das war sehr schön und erholsam.
Am nächsten Morgen kam einer und quatschte mich wegen meiner GS an. Es war der Besitzer der Tenere 700 und erzählte dass er mit der Familie hier sei. Aber ab und zu gehe er dann Endurowege testen. Ich freute mich dass ich den Typ mit der Tenere doch noch kennen lernen durfte. Den Morgenkaffe aus der Bialettikanne, genossen wir an diesem Morgen direkt am Seeufer des Lago Maggiore. Und dann ging es über den Gotthard nach Hause. Es klappte alles super und ich freute mich als ich Zuhause mit meiner Freundin und der Suzuki GS 1100 GK ankam. Ja da war etwas stolz dabei.
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