Nach dem ich mit den 800er V-Strom unterwegs war, stand die brandneue Suzuki GSX S 1000 GX an der Reihe. Die Motorräder darf ich immer in Safenwil bei Emil Frey austauschen. Als ich losfuhr, gab es die erste Überraschung, es regnete nicht. Das erste Mal dieses Jahr, dass ich auf dem Weg nach Safenwil war und ich im trockenen fahren durfte. So konnte ich den Passwang nochmals richtig geniessen. Wobei ich erwähnen sollte, dass der untere Teil auf der nördlichen Seite, alles andere wie ein Genuss ist. Nur mit einer Enduro ist dies angenehm fahrbar. Diese These wird in diesem Bericht nochmals aufgegriffen.
In Safenwil angekommen stand die Suzuki GSX S 1000 GX schon bereit. Ich weiss nicht, wie es bei euch ist, aber mir passiert dies öfters, die Motorräder sehen in echt einfach anders aus. In diesem Fall auch schöner. Sie hat das für Suzuki charakteristische, kantige Aussehen. In Kombination mit dem Scheinwerfer, der Das Zentrum der Front ist und dem bulligen Tank, wirkt sie zielstrebig und gleichzeitig bodenständig. Der Lenker ist im Vergleich zur Suzuki GSX S 1000 GT, auch eine Turingmaschine, viel näher beim Fahrer. Dies hat zur Folge, dass die Maschine einfacher zu steuern ist.
Wieso aber braucht es neben der Suzuki GSX S 1000 GT nochmals eine Turingmaschine? Die Suzuki GSX S 1000 GX ist nicht nur eine Turingmaschine, es ist der Terminator von Suzuki. Er besitzt nämlich ein elektronisches Fahrwerk. Dieses kann ich auf weich, mittel, und hart umstellen. Die Einstellungen des Fahrwerkes sind gleichzeitig mit den bekannten Fahrmodi, A, B und C verknüpft. Man kann das Fahrwerk aber auch in jedem Fahrmodi separat einstellen. Das elektronische Fahrwerk beinhaltet auch eine Antidiving-Technologie. Zusätzlich dämpft es Unebenheiten der Strasse. Zusätzlich passt ich der hintere Stossdämpfer an das Gepäck an. Er bemerkt selbst, ob ein, zwei Fahrer oder Gepäck an Bord sind. Dies kann auch manuell eingestellt werden.
Ich fragte mich bis zu diesem Tag oft, braucht man sowas überhaupt? Und belächelte viele meiner Motorradfreunde, die über Fahrwerke sprachen. Doch als ich mit der Suzuki GSX S 1000 GX unterwegs war, bemerkte ich was es bedeutet ein gutes Fahrwerk zu haben. Ich bemerkte, dass ich am Anfang viel zu viel am Steuer bewirken wollte. Mit dieser Kenntnis liess sich die GSX S 1000 GX wie auf Schienen fahren. Es fühlte sich an, als wäre das Gewicht zentriert und ich mit dem Motorrad eine Einheit bilde. Das elektronische Fahrwerk machte seinen Job somit gut, auch als ich Am Passwang and er anfangs erwähnten Stelle ankam. Die Bodenwellen (ich nenne sie nun mal so, aber eigentlich gibt es dafür keine Bezeichnung, es ist schlimmer) waren viel angenehmer zu fahren und ich hatte kein Stechen mehr, nach dieser Holperpiste.
Ich wollte die Suzuki GSX S 1000 GX richtig testen und entschied mich für eine Strecke, die ich schon länger nicht mehr fuhr. Von Röschenz aus ging es über den Challpass am Aussichtspunkt aus dem Weltkrieg vorbei nach Dornach. Von da aus fuhr ich über den Gempen, um dann wieder ins beheimatete Schwarzbubenland zu gelangen. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass diese Strecke nicht bei bestem Wetter und am Wochenende zu fahren ist. Denn dann hat es zu viele die dafür verantwortlich sind, dass man die Gegend ausgiebig geniessen kann. Ich spreche nicht nur von Fahrradfahrer*innen. Die Strecke ist an einem ruhigen Tag jedoch super, um auf dem Motorrad abzuschalten oder eben eine Suzuki GSX S 1000 GX zu testen. Und dies funktionierte ganz gut. Ich fühlte mich sehr sicher und jede Kurve war ein Genuss, auch wenn man zu schnell oder zu langsam eine Kurve startete. Aber auch in zügigen Kurven mit etwas erhöhter Geschwindigkeit blieb das Motorrad angenehm hart und fing nicht an zu schwingen. Der Quickshifter ist viel feiner als bei den 800er Modellen, was die Ganze fahrt noch angenehmer machte. Der Klang der Suzuki GSX S 1000 GX macht die Fahr zu einem zusätzlichen Erlebnis. Man fährt keinen Staubsauger aber auch kein Motorrad, das durch den Klang irgendetwas kompensieren muss, einfach hörbar schön. Ja dieses Motorrad gehört ebenfalls zu den Motorrädern, die man ungern in der Garage abstellt.
Natürlich musste ich das Ganze auch mit Beifahrerin testen. Meine Freundin meinte nach jeder Testfahrt zu zweit auf einer neuen Suzuki: «mit dem Schiff (die Suzuki GS 1100 GK) ist es schöner». Dies wollte ich mit dieser fahrt ändern. Dafür wählte ich kleine Strassen mit engen Kurven, damit wir beide ein Gefühl für das Motorrad kriegten. Noch immer fühlte sich für mich an, als wäre das Gewicht zentriert. Ich bemerkte beim Fahren, dass wir schwerer sind, jedoch nicht wo das Gewicht zugeladen wurde. Meine Freundin musste bei der Fahrt mitmachen und voll dabei sein. Denn der Beifahrersitz ist nicht all zu gross und hinter dem Sitz kommt nichts, anders als bei der Suzuki GS 1100 GT. Dies wurde natürlich bemängelt. Eine weitere Rückmeldung, die ich erhielt, war: « es ist zu hart». Also begann ich das Fahrwerk manuell zu verändern. Es wurde für meine Freundin jedoch nicht angenehmer. Irgendwann, nach viel hin und her schreien, bemerkte ich, dass es nicht das Fahrwerk war, sondern die Gasannahme. Nach dem ich vom Fahrmodi «A», mit kurzer Gasgriffannahme, auf den Fahrmodi «C» wechselte, war auch dieses Missverständnis gelöst.
Hier gibt es noch eine kurze technische Übersicht:
| Bezeichnung | Wert |
|---|---|
| Motor | 4Zylinder in Reihe |
| Hubraum | 999 ccm |
| Leistung | 152 Ps/ 112 kW |
| Drehmoment | 106 Nm |
| Verbrauch | 6.2 l |
| Tankinhalt | 19 l |
| Leergewicht | 232 kg |
Abschliessend bin ich froh um die Erfahrung mit einem solch modernen Fahrzeug. Ich kann nun meine Freunde verstehen, die so oft über die Fahrwerke ihrer Motorräder sprechen. Ein solches elektronisches Fahrwerk ist ein enormer Komfort, gerade wenn man auf langen Touren oder zu zweit unterwegs ist. Dass man an die Suzuki GSX S 1000 GX noch Koffern anbauen kann, macht sie zur nahezu perfekten Turingmaschine.
Was fasziniert euch an diesem Motorrad? Würdet ihr es kaufen? Schreibt es mir in die Kommentare!⬇️
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