Testbericht Kawasaki KLE 500

An der EICMA, der Motorradmesse in Mailand, im Jahre 2024 gab es am Stand von Kawasaki eine ominöse Kiste. Aus dieser kam nur ein Vorderrad und man konnte einen Teil einer Erlkönigfront eines Motorrades sehen. Die Kiste war mit KLE angeschrieben und liess auf eine neue Enduro von Kawasaki hoffen. Im Herbst 2025 war es dann so weit. Vor der nächsten EICMA wurde die neue KLE im Web vorgestellt. Die Bilder online, aber auch das Motorrad an der EICMA selbst, liessen mein Herz höherschlagen und ich freute mich auf die bevorstehende Testfahrt.

Es ist Freitag in der Früh und ich habe frei, als ich die Kawasaki KLE 500 in Härkingen bei Kawasaki Schweiz abholen darf. Ich nutze den freien Tag und habe eine Tour über den Furkapass, Grimselpass und Sustenpass vor mir, um die KLE auch richtig kennenlernen zu können. Ich freute mich.
Anfangs ging es für eine Stunde auf die Autobahn, bevor ich endlich richtig in die Kurven konnte. Mit der KLE 500 kann man Autobahn fahren, nicht in Deutschland, aber ohne Probleme in der Schweiz. Trotzdem freute ich mich sehr, als ich von der Autobahn fahren konnte und die Kurven des Gotthardpasses begannen. Ich fuhr aber nicht bis zur Passhöhe und bog in Hospental ab, in Richtung Furkapass. Nun, in den Kurven und Steigungen, bemerkte ich den 45 PS starken 500er Motor. Mit viel Schalten liess sich trotzdem jede Kurve geniessen. Und ich musste wieder an den fehlenden Quickshifter und Blipper denken. Die hätten das Ganze einfacher gemacht.
Oben angekommen, freute ich mich auf einen Kaffee. Das obligate Selfie mit dem Passschild war allerdings mein erstes Ziel. Und gleich kam ich mit ein paar Engländern auf Motorrädern ins Gespräch. Das freut mich immer sehr, wenn ich den ganzen Tag alleine auf dem Motorrad sitze. Den Kaffee genoss ich auf einem kleinen Hügel, sitzend in der Wiese, und bemerkte ein weiteres Mal, welch tolles Hobby ich habe.

Weiter ging es in Richtung Grimsel. Der Moment, als ich runter ins Tal schaute und die restlichen Kurven des Furkapasses sah und rechts am Hang die Kurven des Grimselpasses, liess mich lauthals in den Helm jauchzen und jodeln. Ich genoss jede Kurve und das geht mit der KLE ganz gut. Das Motorrad fühlt sich gut an und es schreit förmlich nach der nächsten Haarnadelkurve.Während ich den Grimsel hochfuhr, kam mir der Wochentag zugute. Ich hatte freie Fahrt und konnte fahren, wie ich mich wohlfühlte. Während ich diesen Beitrag schreibe, ist Samstag und Google Maps zeigt gerade Stau am Grimsel an.Oben gab es wieder das Passschild Selfie. Es wurde langsam warm in den Motorradklamotten, auch auf 2160 m ü. M. Daher fuhr ich gleich weiter. Auf einem Weg auf der Seite eines Tunnels machte ich Mittagspause und ein paar Fotos. Die Pause tat gut und ich fuhr bald weiter zum Sustenpass.

Der Sustenpass ist für mich einer der schönsten Pässe. Gute Strasse, schöne Kurven und ein unverwechselbares Panorama. So genoss ich die letzten Kurven meiner 3 Pässe Tour. Auf der Passhöhe entschied ich mich für einen weiteren Kaffee. Ich hatte erst einen, was für einen Sozialpädagogen tief unter der minimalen Mindestmenge liegt. Beim Parkieren fiel mir eine Triumph Bonneville auf und ich merkte, dass ich diese heute immer wieder gesehen hatte. Auf der Terrasse, beim Kaffee schlürfen, fanden wir dann heraus, dass wir den ganzen Tag auf fast derselben Strecke unterwegs gewesen waren.

Aber eigentlich war ich ja nicht zum Kaffee trinken unterwegs, nein, ich wollte die Kawasaki KLE 500 kennenlernen. Und ich würde meinen, wir sind nun per Du. Diese Tour zeigte auf, was die KLE kann und was nicht. Ich hatte Spass, ich konnte die Kurven geniessen und sass stets bequem, auch nach 360 km. Der Preis von 6600 CHF lässt auch keine Wünsche offen. Dafür gibt es auch keinerlei technische Helfer wie Quickshifter oder Blipper oder unterschiedliche Mappings. Wenn man dann doch mal in den Kies will, kann jedoch das ABS ausgeschaltet werden. Es ist ein 500er Motor und das merkt man auch. Wenn man aber Motorrad fahren kann, hat man auch diese Hürde schnell überwunden. Optisch spricht sie mich sehr an. Der Rally Look schreit einfach nach Abenteuer, draufsetzen und ab geht die Post.

Louis Meinung ist eine etwas andere: Alles in allem finde ich das Motorrad gut geeignet für Fahrten abseits der Hauptstrassen und für Reisen, bei denen auch Enduro fahren eingeplant ist. Reinen Strassenfahrern würde ich sie jedoch nicht empfehlen.

Kawasaki KLE 500, ein Motorrad, mit dem man die Strasse ohne viel Ablenkung geniessen kann.

Und zum Schluss noch die technischen Daten:

Bezeichnung Wert
Motor Flüssigkeitsgekühlt, 4-Takt, Reihenzweizylinder
Kubik 451 ccm
Leistung 33.4 kW/ 45Ps
Drehmoment 42.6 Nm bei 6000 U/min
Gewicht 195 kg
Verbrauch 4.5l/ 100km
Preis 6600.- CHF(Standartpaket)




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