Ei, war das schön. Ich war dieses Wochenende am HU Switzerland. HU bedeutet Horizons Unlimited, ein Weltenbummlertreffen, das es auf der ganzen Welt gibt. In der Schweiz findet es jeweils Mitte August auf dem Camping Gerbe in Meierskappel statt. Es gibt Workshops und Vorträge zum Thema Reisen.
Einen dieser Vorträge durfte ich heuer selbst halten, über meine Europatour mit der Yamaha XSR 700. Er fand am Freitagabend statt. Da ich noch Zivilschutz hatte, konnte ich erst am Freitagnachmittag anreisen. Auf der Suzuki V-Strom 1050 DE und mit den Gepäcktaschen Blizzard 2.15 von Enduristan fühlte es sich an, als würde ich länger verreisen. Ich genoss das Gefühl.
In Meierskappel angekommen war ich dennoch froh, dass ich an diesem Tag nicht noch weiterfahren musste, denn es war heiss, richtig heiss. Es dauerte etwa 20 Minuten, bis ich einchecken konnte, weil ich in Gespräche mit Menschen verwickelt wurde, die ich kannte. So muss ein Weltenbummlertreffen beginnen. Mit mir kam auch Stefano an, und wir bauten die Zelte an einem noch freien Platz auf. Es hatte nicht mehr viele davon. Nach dieser doch sehr anstrengenden Arbeit gönnten wir uns unser erstes Bier. Ei, war das fein. Bis zu diesem Zeitpunkt freute ich mich einfach nur auf den Vortrag. Doch nun, so kurz davor, wurde ich langsam nervös.
Zur Ablenkung setzte ich mich in den Vortrag vor meinem und hörte ein wenig zu. Um halb sechs war er zu Ende, und ich war dran mit vorbereiten. Ich freute mich, dass es endlich losging. Um sechs Uhr waren erst etwa fünfzehn Menschen da, doch ich begann trotzdem. Der Raum füllte sich jedoch schnell, und am Schluss waren es mehr als vierzig. Ich freute mich. Darunter waren auch meine Freundin und Maxim, was mich besonders glücklich machte. Maxim hatte letztes Jahr einen Vortrag hier gehalten, und durch ihn kam ich zu dieser Veranstaltung. Ich hatte einen Lauf, konnte alles erzählen, habe nichts vergessen, und die Geschichten schienen die Menschen zu unterhalten. Es wurde immer wieder gelacht, trotz meines schlechten Englischs. Ich war zufrieden.
Nach dem Vortrag ging es unter die Besucher. Ich lernte viele Reisende, deren Geschichten und Pläne kennen. Ich konnte auch einiges Neues über meine XT erfahren, weil Henri aus Bochum mit einer Ténéré durch Amerika fahren will und viel Wissen über die Yamahas hatte. Es waren wieder viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern da: Deutschland, Frankreich, Italien, Amerika, Indien und Österreich. Am Abend gab es noch einen weiteren Vortrag und dann den wohlverdienten Apero. Dabei wurde auch über Motorräder gesprochen, und ich liess mich, nach ein paar Bier, über die BMW GS aus. Eine junge Dame am Tisch wirkte äusserst betroffen. Am nächsten Tag kam Maxim freudig zu mir und erklärte mir, dass eine sehr bekannte Reisende da sei, Claudia. Sie war die GS-Fahrerin vom Abend davor.
Da Maxim im Moment nicht gerade oft mit dem Motorrad unterwegs ist, planten wir eine Tour. Mit dabei war Assar, ein Inder, der in Mailand lebt. Wir fuhren über den Iberegg, den Sattel und den Klausenpass. Schön war’s. Unterwegs trafen wir immer wieder dieselbe Husqvarna Norden. Diese stand dann am Abend auf dem Parkplatz des HU-Festivals. Es war ein Scotty, ein Österreicher, und er macht etwas Ähnliches wie ich, mit Motorrädern und so. So entstand ein nettes Gespräch und noch ein paar Fahrtipps zu meiner Fahrt über den Klausen, er war da direkt hinter mir.
Am Abend gab es natürlich noch weitere Vorträge. Die Workshops hatten wir durch unsere Tour verpasst. Einer der Vorträge gefiel mir besonders. Er wurde von zwei Baslern, Guido und Martin, präsentiert. Sie fuhren zusammen durch Bolivien und erzählten, wie sie mit mitgebrachten Brätern über eine Brücke kamen, wie ihnen das Benzin ausging und wie sie versuchten, auf einen verschneiten Vulkan zu fahren. Herrlich unterhaltsam!
Nach den Vorträgen gab es ein Lagerfeuer, an dem man sich austauschen konnte. Das genoss ich sehr. Hier kam ich mit den anderen Teilnehmern ins Gespräch, dieses Jahr besonders gut, da ich einen Vortrag gehalten hatte und die Menschen anscheinend Freude daran hatten. Es war schön.
Dann kam der Sonntag und es war Feierabend. Wir packten zusammen, genossen den letzten Kaffee und Maxim und ich machten uns mit den Motorrädern auf den Heimweg. Beim letzten Tankstopp schworen wir uns, dass wir nächstes Jahr mit unseren alten Enduros hier sein werden. Er mit der Honda Dominator und ich mit der Yamaha XT. Damit wir etwas unter Druck sind, wird es nun in regelmässigen Abständen Updates auf Social Media geben. So werdet auch ihr dabei sein.
Ein weiteres cooles HU mit positiven Folgen!
Ps: Fals ihr den Vortrag verpasst habt, hättet ihr Lust diesen Vortrag zu hören? Schreibt es mir in die Kommentare!
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