Ich war ja kürzlich in Mirecourt mit einer Aprilia RSV Mille auf der Rennstrecke, und ihr wisst ja, es war grandios. Ich fuhr in 20-Minuten-Turns vom Morgen bis am Abend und wurde immer besser und schneller. Sogar die Knieschleifer wurden angeschliffen. Ich habe keine Ambitionen, Rennen zu fahren, und trotzdem finde ich, es ist eine wichtige Erfahrung. Wieso? Meine 10 Punkte, wieso jeder mal auf die Rennstrecke sollte:
Emotionen: 3 oder 4Tage rund um viele schöne Motorräder, was will man mehr?
Fahrtechnik: In den drei Tagen saß ich 280 Minuten auf dem Motorrad. Das sind 280 Minuten an einem Wochenende, in denen ich intensiv an meiner Fahrtechnik arbeiten konnte.
Gleichgesinnte: Alle Teilnehmer an einem solchen Rennwochenende haben denselben rostigen Nagel im Kopf, und das ist sehr cool. Man kann den ganzen Tag über Motorräder sprechen, ohne dass man jemandem damit auf die Nerven geht.
Coaching: Bei solchen Rennstrecken-Events gibt es oft Coaches, die vom Veranstalter organisiert werden. Ich fuhr zum Beispiel am ersten Tag in einer Kleingruppe von fünf Fahrern einem Coach nach. Jede Runde war ein anderer direkt hinter dem Coach. So konnte dieser uns zwischen den Turns genau erklären, wo und wie wir uns fahrtechnisch oder in der Haltung verbessern können. Dies führt zu einer steilen Lernkurve, und es macht noch mehr Spass.
Motorrad: Man hält es artgerecht, denn genau dafür sind Rennmaschinen gemacht. Nach einem solchen Rennwochenende kennt man das Motorrad fast so gut wie die eigene Freundin – der eine oder andere vielleicht sogar besser.
Intensivität: Wir fuhren in Turns. Das bedeutet, man fährt 20 Minuten und hat dann wieder eine Stunde Pause. In dieser Zeit fahren die, in meinem Fall, schnelleren Gruppen. Diese Turns bieten sehr viel Zeit, sich zu verbessern. Nach einem Tag hat man dann sechs Turns hinter sich und konnte viel lernen und verbessern.
Verkehr: Alle fahren in dieselbe Richtung, man hat keinen Gegenverkehr und kann so die ganze Straße ausnutzen.
Sicherheit: Es gibt in den Kurven Kiesfelder. Stürzt man, landet man darin, und es passiert viel weniger, als wenn man eine Felswand küsst. Zusätzlich haben die meisten viel mehr Abstand als auf der Straße, und man schaut aufeinander. Die Spiegel müssen abgeklebt werden, damit andere Fahrer nicht geblendet werden können. Das führt dazu, dass man nur auf den vor einem liegenden Verkehr schauen kann, was zu noch mehr Ruhe führt, weil man nur nach vorne schauen muss.
Psychohygiene: Nach den drei Tagen war ich physisch komplett am Ende, dafür psychisch auf einem Dauerhoch. Ich brachte das Grinsen über Tage nicht mehr weg. Es war pure Erholung für die Seele.
Geld: So ein Ausflug kostet, und zwar nicht wenig. Das Gute daran ist, man gibt das Geld für nichts Blöderes aus.
Wart ihr auch schon mal auf der Rennstrecke? Wo und mit welchem Motorrad? Schreibt es in die Kommentare!
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