Batterie im Frühling

Vor kurzem half ich, Louis, einem guten Freund, bei der Behebung eines Standschadens an seiner Yamaha SRX 600. Ich hatte einige Teile für das Motorrad in meinem Büro zwischengelagert. Als wir die einbauen wollten, schickte ich ihn ins Büro, um sie zu holen. Als er wieder herauskam, machte er einen Witz «Louis, sammelst du eigentlich Motorradbatterien?»

Natürlich sammle ich keine Motorradbatterien, ich habe einfach vier Motorräder und dementsprechend auch vier Batterien. Leider habe ich bei meinen Standplätzen nicht das Glück, dass ich einen Stromanschluss habe. Somit kann ich die Batterien nicht im Motorrad lassen und sie dort aufladen. Das bedeutet: Anfang Winter baue ich alle aus, lade sie auf und lagere sie an einem trockenen, frostfreien Ort. Vor dem Einbauen lade ich die Batterien noch einmal voll und montiere sie wieder. Aber warum mache ich das überhaupt?

Jeder, der sein Motorrad oder Auto schon einmal mit angeschlossener Batterie länger stehen gelassen hat, weiß, dass sich die Batterie entlädt und das Gefährt sich nicht mehr starten lässt. Im schlimmsten Fall kann sich die Batterie tiefenentladen und kaputtgehen.

Die meisten Batterien bestehen aus Blei, Bleidioxid und einer Säurelösung. Beim Entladen reagieren das Blei und die Säure miteinander, sodass Elektronen entstehen und Strom fliesst. Dieser chemische Prozess steht nie ganz still, darum entlädt sich eine ungenutzte Batterie. Zudem gibt es vor allem bei neueren Motorrädern immer mehr Elektronik. Da kann es vorkommen, dass gewisse Teile immer leicht Strom ziehen. Ein weiteres Problem bei einer entladenen Batterie ist, dass sie bei tiefen Temperaturen einfrieren kann. Wenn die Batterie entladen ist, ist der Säureanteil verdünnt, somit steigt der Gefrierpunkt der Flüssigkeit. Das einfrieren ist ab circa minus fünf bis minus 10 Grad möglich. Beim Einfrieren können sich die Platten im inneren Verbiegen oder das Gehäuse der Batterie kann kaputt gehen.

Für die chemisch Interessierten unter uns noch eine bildliche Erklärung.

Um die ganze Problematik zu verhindern, gibt es verschiedene Lösungen:

  • Man kauft sich ein intelligentes Ladegerät. So kann man die Batterie den ganzen Winter angeschlossen lassen und das Ladegerät schaltet ab, wenn die Batterie vollgeladen ist. Fällt die Spannung unter einen gewissen Wert, beginnt das Ladegerät wieder zu laden.
  • Die Batterie angeschlossen lassen, dafür alle paar Wochen aufladen. Das braucht allerdings ein wenig Disziplin oder einen guten Kalender, damit man es nicht vergisst.
  • So wie ich es mache: Man hängt die Batterie ab, oder baut sie ganz aus. So kann man die Batterie vollladen und länger stehen lassen, als wenn sie angeschlossen ist. In meinem Büro ist es zum Glück wärmer als minus 5 Grad. Somit muss ich auch keine Angst haben, dass die Batterie gefriert.

Also falls diesen Saisonstart das Motorrad nicht anspringt, kann es gut sein, dass ihr die oben genannten Tipps nicht angewendet habt. Nach dem Lesen dieses Beitrags, klappt es bei der nächsten längeren Motorradpause sicher besser.




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