Ich hatte da ein paar Fragen an Jesko Raffin

Ab nächstem Jahr wird im Rahmen der MotoGP auch die Moto E mit Elektromotrrädern ausgetragen. Der diesjäjrige Moto2 Europameister und Schweizer Jesko Raffin wird in dieser Klasse starten. Zu seiner kommenden aber auch vergangenen Saison durfte ich ihm ein paar Fragen stellen.

Gratulation zum Europameister. Wo sehen Sie die grossen Unterschiede zur Moto2 Weltmeisterschaft?
Lieben Dank für die Gratulation. Die Unterschiede zum Grand Prix sind gering. Noch vor wenigen Jahren war die Europameisterschaft eine Nachwuchsserie, fast ausschliesslich mit Privatteams besetzt.
Heute sind praktisch alle Grand Prix Teams vertreten und können so einerseits Ihren Nachwuchs züchten und andererseits Ihre Ersatzfahrer in Form halten und Ihnen die Chance geben ein Rennmotorradzu bewegen, auch wenn Sie nicht direkt im Einsatz in der Weltmeisterschaft sind. Normalerweise werden in der Europameisterschaft die Vorjahresmodelle aus der WM gefahren – was in aller Regel ziemlichvergleichbar mit den aktuellen Modellen ist. Den grösste Unterschied ist wohl in der Rennkadenz zu finden. Bei der Europameisterschaft werden 11 Rennen an insgesamt 8 Wochenenden (teilweise 2 Rennen)gefahren, während die WM mit 19 Rennen natürlich eine andere Belastung darstellt. Gleichzeitig finden die Moto2-Läufe der Europameisterschaft ausschliesslich in Spanien statt, während der Grand Prix einmal um die Welt reist.

Was motiviert Sie 2019 in der MotoE mitzufahren?
Als dann das Angebot von Dynavolt für die MotoE gekommen ist, musste ich nicht lange überlegen. Einerseits finden die Rennen im Rahmen der MotoGP-Wochenenden statt, was mir die Möglichkeit gibt mit allen Teams in Kontakt zu bleiben und direkt vor den Augen der Teamchefs zu performen. Andererseits bin ich der Überzeugung, dass die Entwicklung auf alternativer Antriebe nicht aufzuhalten ist – auch nicht im Motorradsport. Von Anfang an dabei zu sein und diese Maschinen mit zu entwickeln finde ich spannend und entspricht zu 100% meiner Generation. Wir konnten das Ding ja bereits testen und das Drehmoment ist brachial. Bei der Beschleunigung von 0 – ca. 150 km/h geht sie trotz dem hohen Gewicht (ca. 240kg) ab wie eine Rakete. Fahrerisch muss man natürlich dem Gewicht (vor allem beim anbremsen) Rechnung tragen, dafür kann eine viel engere Linie gewählt werden da wir beim Beschleunigen keine Verzögerung durch die Schaltvorgänge haben. Gas auf – und das Baby geht ab wie an der Schnur gezogen.

Gab es auch Gespräche für die Moto2 WM? Nun wo sie Europameister sind? Den Titel fährt man logischerweise immer am Ende einer Saison ein – die Gespräche für einen Platz im darauf folgenden Jahr beginnen jedoch bereits im April einer Saison. Somit hat mir der Titel bei der Teamsuche nicht geholfen. Selbstverständlich haben Gespräche für die Moto2 stattgefunden. Viele der Plätze sind nationalitätsbedingt für einen Schweizer schon im Vorfeld nicht verhandelbar. Bei den wenigen Startplätzen, die für mich in Frage gekommen sind scheiterte es entweder an den Kosten (Ein Einkauf kann in einem guten Team schon einmal bei EUR 600'000.—liegen) oder ich habe mich nicht im entsprechenden Team oder auf dem entsprechenden Material gesehen.

Was werden Sie für ein Motorrad in der MotoE fahren? Wie sehen die technischen Eckdaten aus?
In dieser Klasse werden wir alle auf einheitlichen Maschinen sitzen (schicke Dir im Anhang ein Bild). Die grösse der Mannschaft ist auf zwei Personen plus Fahrer limitiert und die Reifen (Michelin) sind vorgegeben. Der limitierende Faktor ist die Batterie. Aufgrund der kurzen Lebensdauer wird es eigentliche Sprintrennen geben, was ich mir auch für die Zuschauer extrem spannend vorstelle. Dementsprechend müssen die 5 Rennen auf kurzen Rennstrecken stattfinden – wenn möglich ohne all zu langen Geraden. Somit ist die Wahl auf folgende Strecken gefallen: Jerez, Le Mans, Sachsenring, Spielberg und Misano. So wie es aussieht werden die Rennen jeweils am Sonntag nach dem Warm-up der MotoGP stattfinden und den Auftakt zum Rennsonntag bilden. Somit werden die Pay-TV-Stationen das Rennen sicher übertragen, so wie es aussieht besteht sogar die Möglichkeit, dass das SRF ebenfalls live dabei ist.



Welches Motorrad fahren sie privat?
Privat komme ich leider kaum zum Motorradfahren. In den Rennpausen bin ich meistens in Spanien am trainieren. In der Garage steht jedoch ein XV 950 von Yamaha für gemütliche Sonntagsfahrten.

1 Comments:

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Written on Sun, 25 Aug 2019 07:08:47 by Mattync

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