Ich ging in den Ferien fremd

Ich muss gleich am Anfang ehrlich sein, dieser Bericht wird kein reiner Motorradbeitrag sein, aber kann für Menschen die mit Motorräder leben, auch ganz hilfreich sein. Wer sich nun aber doch aufregt, dass es hier mal nicht nur um Motorräder geht, kann sich hier ein cooles Video anschauen.

Für alle anderen geht es hier mit meiner Korsikatour 2023 weiter und ja ich war mit dem Caddy, einem Auto, unterwegs. Meine Freundin hat (noch) keinen Motorradausweis und lange Fahrten mit Sozius sind wir beide noch nicht gewohnt. Deshalb baute ich während Corona mein Caddy aus, so das wir zu zweit darin wohnen können. Getestet hatten wir das dann letzten Sommer in Sardinien. Da das sehr gut geklappt hat, entschieden wir uns, für diesen Frühling, Korsika zu entdecken. Da wir den Kurven und Campings nach fuhren, wirst auch du dich, als Motorradliebhaber, in den nächsten Zeilen wohl fühlen. Und wenn nicht geniess einfach die schönen Landschaftsbilder.

Die Reise begann mit einer langen Fahrt nach Nizza, denn da nahmen wir die Nachtfähre. Ich war mir von meinen Motorradtouren gewohnt, irgendwo in einer Ecke oder in einem dafür vorgesehenen Konferenzraum, am Boden zu schlafen. Zum Geld sparen entschieden wir uns auch dieses Jahr dafür. Da wir nicht in der Bar auf den bequemen Sessel schlafen durften, ging schon bald die grosse Suche nach dem geöffneten Konferenzraum los. Dort angekommen richteten wir uns in einer Ecke mit unseren Decken ein. Doch bevor wir versuchten zu schlafen genossen wir noch bei einer Tasse Rotwein den Blick zu den Sternen. Die Nacht war dann weniger romantisch, das Schiff schwankte stark und machte quietschende, angsteinflössende Geräusche. Kurz ich fand nicht gerade viel schlaf. Um sieben Uhr morgens wurden wir dann auch unglaublich freundlich geweckt, mit einem lauten „good morning“ geweckt. Um acht waren wir dann auch schon an Land, in Bastia und die Reise begann. Ohne einen Zwischenstopp in Bastia fuhren wir gleich los in Richtung Cape Corse. Das ist der nördlichste Punkt von Korsika. Wenn man nicht gerade ein Wohnmobil hat dass grösser wie eine Dreizimmerwohnung ist, dann kommt man auf diesen Strassen ganz gut durch und kann einfach nur geniessen. Links sind Felsen, rechts das Meer und vor einem unendlich viele schöne Kurven. Natürlich vermisste ich hier und da mein Motorrad.

Die erste Nacht verbrachten wir dann in einem Camping direkt am Meer. Camping A Stella hiess es da. Die Googel Rezessionen war viel schlechter wie die Realität und nicht das letzte Mal. Ja die Toiletten waren alt und das Duschwasser kalt aber man zahlte 17 Euro und konnte direkt am Meer parken. Hier ist wichtig zu erwähnen, dass die Saison erst etwas um den 15.5. begann also nach unseren Ferien. Was wir an diesem Abend auch am Wetter zu spüren bekamen, ohne Pullover war es viel zu kalt.

Als Vorbereitung speicherte ich einige schöne Orte und Camping auf Google Maps. So konnten wir jeden Tag aufs neue entscheiden was wir sehen wollten. Am zweiten Tag entschieden wir uns für L'Île-Rousse als Tagesziel. Wir hatten für die ganze Insel 10 Tage Zeit und konnten uns Zeit lassen. L'Île-Rousse ist ein kleines Dorf mit einer kleiner Halbinsel ins Meer hinaus. Klein und niedlich. Zum Mittagessen hatten wir hier die Besten Muscheln der ganzen Tour. Im Restaurant L'arcubalenu. Danach genossen wir einen feinen Kaffee am weisen Strand bei blauem Himmel und endlich warmen Temperaturen. Abends schliefen wir im Camping Les Oliviers. Wie der Name schon verrät, der Camping befindet sich unter unzähligen, alten Olivenbäumen. 10 Minuten vom Strand konnten wir so unser Auto im Schatten und mit Strom für 15 Euro parkieren. Wie jeden Tag gab es ein Zviere manchmal unterwegs, oder wie an diesem Tag schon auf dem Camping. Wir kauften im nahegelegenen Spar eine korsische Salami die von aussen nicht sonderlich appetitlich aussah, dafür umso besser schmeckte. Dazu gab es ein kleines Pietra, das Bier der Korsen. So liess es sich aushalten. Nach dem Nachtessen ging es dann noch an den Strand, den selben den man von L'Île-Rousse aus erreicht, einfach am anderen Ende. Ei war das schön.

Nun es war Mittwoch, ging es weiter der Küste nach. Unterwegs kamen wir noch bei Calvi vorbei. Da ich nur alte Joggingschuhe dabei hatte, entschied ich mich barfuss die Stadt zu besichtigen. So ging ich sicher dass ich mich sicher um neue Flipflops kümmere. Die fand ich dann auch bald und sah nun wie der perfekte Tourist aus: umgedrehtes Cap, Pit Viper Sonnenbrille und Flipflops. So ging es auch gleich in den Apero. Calvi ist ein schönes kleines Städtchen, touristisch mit vielen Restaurants zum verweilen. Von Calvia aus ging es an der Küste entlang auf kleinen Strassen an einen alt Bekannten Ort. Diese Strecke wäre mit meiner XT wunderschön gewesen, mit der Suzuki GS auch, mit der Yamaha FZR weniger, denn die Schlaglöcher wurden immer mehr. Dazu kam noch Vieh wie Ziegen und Kühe, die der Strasse entlang schlenderten. Waren wohl auch Touristen.

Der alt bekannte Ort kam immer näher und es fühlte sich für mich immer mehr wie ein zurück kommen an. Es handelt sich um den Ort Porto. Auf meiner Europatour 2018 war hier einer der einzigen noch offenen Campings, der Sole e Vista Camping. 2018 war ich am Ende von meiner Tour in Korsika, ich hatte den Reisekoller und verbrachte ein paar Tage auf dem Camping Sole e Vista mit Karten und Tagebuch schreiben und mit baden. Nun waren wir wieder hier und ich konnte meiner Freundin diesen mir vertrauten Ort zeigen, hmm darüber freute ich mich sehr. Der Camping befindet sich am Hang und man hat eine wunderbare Aussicht. So blieben wir auch dieses Mal zwei Tage. Unten in der Bucht gab es viele Restaurants, ganz herzig. Am zweiten Tag versuchten wir eine Rundwanderung zu machen, denn die Berge hier laden zum wandern ein. Wir erwischten den falschen Weg und mussten so den gleichen Weg wieder zurück gehen, schön war es trotzdem. Den Nachmittag liessen wir am Strand ausklingen. Zum richtig baden war es jedoch zu kalt, für schnell rein und raus reichte es jedoch. Die Kletterer an den Felsen schienen mehr Spass an dem sonnigen Wetter zu haben. Von 2018 gab es ein Foto in einer Ausweichbucht mit Valentina, die Yamaha XSR 700 die mit mir damals unterwegs war. Dieses Foto stellten wir nach den zwei Tagen mit dem Caddy nach, als es weiter ging in Richtung Süden....

Und so sieht der erste Tei unserer Tour auf Google Maps aus. Mit dem Motorrad muss das unglaublich schön sein!




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